Riester-Rente (Förderrente)


Mit der Rentenreform des Jahres 2001 ist die gesetzliche Rentenversicherung weiter an die absehbaren Veränderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung angepasst worden. Um den sonst bis zum Jahr 2040 erforderlichen Anstieg des Beitragssatzes der gesetzlichen Rentenversicherung auf ungefähr 24 % des rentenversicherungspflichtigen Bruttogehaltes zu vermeiden, ist eine Veränderung des Verfahrens der jährlichen Rentenanpassung beschlossen worden, die zu einem langsameren Rentenanstieg und somit zu einem geringeren Rentenniveau führt. Dieses geringere Rentenniveau der gesetzlichen Rentenversicherung kann ab dem Jahr 2002 durch eine kapitalgedeckte Altersversorgung, der so genannten "Riester-Rente" ausgeglichen werden.

 

Die Förderrente, besser als Riester-Rente bekannt, wurde vom ehemaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester eingeführt. Die Riester-Rente wird als Banksparplan, Rentenversicherung oder Fondssparplan angeboten. Zusätzlich wurde zum 01.01.2008 als Ersatz zur ausgelaufenen Eigenheimförderung das so genannte "Wohn-Riester" eingeführt.

 

Unter der Berücksichtigung von Marktschwankungen bieten Riester-Fondssparpläne langfristig die Möglichkeit, höhere Renditen zu erzielen. Dabei bietet die Unternehmensbeteiligung (Aktie) als Sachwert einen Inflationsschutz. Dieser Aspekt gewinnt insbesondere durch die expansive Geldpolitik der Notenbanken an Bedeutung. Aufgrund des Inflationsschutzes und der besseren  Renditechancen eignet sich der Riester-Fondssparplan insbesondere für jüngere Riester-Sparer und Vorsorgesparer, die mit Wertschwankungen in der Altersvorsorge umgehen können. Bei Anlegern, die einen gefestigten Wunsch nach Wohneigentum haben, bietet sich oftmals Wohn-Riester an. Die Riester-Rentenversicherung bietet sich für Anleger mit einem ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis an. Dabei sollten die Anleger aber bedenken, dass dieses Produkt nicht nur eine oftmals intransparente sondern zusätzlich auch hohe Kostenstruktur hat. Der Riester-Banksparplan eignet sich ebenfalls für den sicherheitsorientierten und bzw. oder älteren Vorsorgesparer. Auch dieses Produkt leidet wie die Riester-Rentenversicherung unter den aktuell niedrigen Zinsen, bei denen eine Veränderung zurzeit noch nicht absehbar ist.  

 

Durch das Altersvermögensgesetz wurde für Aufwendungen zur Riester-Rente ein neuer steuerlicher Sonderausgabenabzug eingeführt. Da dieser erst bei höheren Einkommen greift, wurde er ergänzt um eine steuersatzunabhängige Zulage. Welche Förderung (Sonderausgabenabzug, Zulage) für den Einzelfall günstiger ist, wird durch das Finanzamt im Rahmen einer so genannten "Günstigerprüfung" festgestellt.

 

Die Altersvorsorgezulage in der Riester-Rente setzt sich zusammen aus einer Grundzulage und einer Kinderzulage. Jeder Zulagenberechtigte hat Anspruch auf eine Grundzulage. Diese beträgt ab dem Kalenderjahr 2008 pro Person 154 €/Jahr. Neben der Grundzulage wird dem Zulagenberechtigten für jedes Kind, für das ihm Kindergeld ausgezahlt wird, eine Kinderzulage gewährt. Diese beträgt bei Geburten bis zum Kalenderjahr 2008 185 €/Jahr. Für Kinder, die ab dem Kalenderjahr 2008 geboren wurden, erhöht sich die Kinderzulage auf 300 €/Jahr. Ab dem Kalenderjahr 2008 hat der Riester-Sparer zusätzlich unter den nachfolgenden Voraussetzungen Anspruch auf einen so genannten "Berufseinsteiger-Bonus":

 

  • Der Riester-Sparer muss unmittelbar zulagenberechtigt sein,
  • Der Riester-Sparer darf zum 1. Januar des Jahres, in dem der Riester-Vertrag abgeschlossen wird, das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

 

Bei einer Kürzung der Grundzulage wird der Berufseinsteiger-Bonus ebenfalls im gleichen Verhältnis gekürzt.

 

Bei einem Riester-Vertrag wird die volle Altersvorsorgezulage nur dann gewährt, wenn der Zulageberechtigte einen bestimmten eigenen Sparanteil den so genannten "Eigenbeitrag" leistet. Erreicht der Sparer nicht den vollen Mindesteigenbeitrag, werden die Zulagen nach dem Verhältnis der geleisteten Altersvorsorgebeiträge zum Mindesteigenbeitrag gekürzt. 

 

Um bei kinderreichen und einkommensschwachen Zulagenberechtigten zu vermeiden, dass die vollständige Sparleistung vom Staat erbracht wird, wurde ein Sockelbetrag festgelegt. Dieser ist als Eigenbeitrag auf jedem Fall vom Berechtigten zu erbringen und beträgt aktuell 60 €/Jahr. 

 

Eine Sonderregelung gibt es für Eheleute, die nicht zulagenberechtigt sind, aber einen zulagenberechtigten Ehepartner haben. Gehört nur ein Ehepartner zum begünstigten Personenkreis, dann gilt der andere als mittelbar zulagenberechtigt. Das bedeutet, der mittelbar zulagenberechtigte Ehepartner hat Anspruch auf die Riester-Zulagen, sofern der Sockelbeitrag in Höhe von 60 €/Jahr von diesem erbracht wurde. Durch diese Regelung sollen insbesondere nicht erwerbstätige Ehefrauen bzw. Ehemänner ohne bzw. mit geringen Rentenansprüchen bei der Altersvorsorge unterstützt werden.

 

Eine zulagenschädliche Verwendung in einem Riester-Vertrag liegt immer dann vor, wenn das angesparte Vermögen im Ergebnis nicht dem Zweck der Sicherung des Lebensstandards im Alter zugeführt wird. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Vorsorgesparer in Notfällen auf seinen Vermögensstock zurückgreifen muss. Dies ist ihm im Einvernehmen mit dem Anbieter jederzeit erlaubt. Er muss dann aber die auf den Entnahmebetrag entfallenden Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Auf die zurückzuzahlenden Zulagen und Steuervorteile sind keine Zinsen zu entrichten. Darüber hinaus sind die in dem auszuzahlenden Betrag enthaltenen Erträge und Wertsteigerungen als sonstigte Einkünfte zu versteuern. Auch eine Aufgabe der unbeschränkten Steuerpflicht durch den Wegzug in ein nicht EU-Land außer Island, Norwegen und Lichtenstein gilt als schädliche Verwendung. 

 

Die Riester-Rente ist insbesondere für Angestellte, Arbeiter und Beamte mit einem niedrigem Einkommen und Kindern oder einem hohen Einkommen aufgrund des  Sonderausgabenabzuges geeignet.

 

Rufen Sie uns an, sofern Fragen zur Riester-Rente bestehen. Wir stehen Ihnen unter den nachfolgenden Telefonnummern

 

  • Ralf Kirchhoff, Uslar       Telefonnummer: 05571 / 52 26 oder

  • Heinrich Runge, Erfurt    Telefonnummer: 0361 / 65 46 988

 

oder unter dem unten aufgeführtem Kontaktformular gerne für Rückfragen zur Riester-Rente zur Verfügung.

 

 


     
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