Private Krankenversicherung


Die private Krankenversicherung wird in Deutschland von Aktiengesellschaften (AG) und Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit (VVaG) angeboten. In Deutschland gibt es zurzeit 43 Versicherungsgesellschaften die in einer der beiden vorweg aufgeführten Rechtsformen Krankenversicherungsschutz anbieten. Der Versicherungsschutz kommt durch einen privatrechtlichen Vertrag zustande. Auf diesen privatrechtlichen Vertrag beruht auch die Bezeichnung "private Krankenversicherung".

 

Nach dem Umfang der privaten Krankenversicherung wird zwischen einer Krankenvollversicherung und einer Krankenzusatzversicherung unterschieden. In der Krankenvollversicherung erfolgt die Absicherung der gesamten Krankheitskosten zumindest aber der stationären und ambulanten Krankheitskosten. In der Krankenzusatzversicherung erfolgt die zusätzliche Absicherung von Risiken zur gesetzlichen Krankenversicherung. Sofern diese Leistungen auch in der gesetzlichen Krankenversicherung angeboten werden, geht die Absicherung in der Krankenzusatzversicherung über die Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus.  

 

Eine private Krankenversicherung kommt für alle Personen in Betracht, die nicht in der gesetzlichen Krankenvollversicherung pflichtversichert sind. Das sind in der Regel

 

  • Beamte und sämtliche Personen mit Anspruch auf Beihilfe,
  • Selbständige und Freiberufler,
  • Arbeiter, Angestellte, Künstler und Journalisten mit einem Bruttoeinkommen oberhalb der im Kalenderjahr 2017 gültigen Versicherungspflichtgrenze in Höhe von 57.600 €,
  • Personen ohne eigenes Einkommen oder mit einem Einkommen unter der Geringfügigkeitsgrenze wie beispielsweise, Hausfrauen, Hausmänner, Studenten oder Kinder.

 

Für den Vertragsabschluss mit einer privaten Krankenversicherung ist wie bei anderen Versicherungsarten auch das individuelle Risiko von Bedeutung. Die Höhe der zu entrichtenden Versicherungsprämie richtet sich somit nach den nachfolgenden Voraussetzungen:

 

  1. Eintrittsalter,
  2. Gesundheitszustand,
  3. Berufsgruppe und
  4. Umfang des Versicherungsschutzes.

 

Bei vorliegenden Erkrankungen kann die Versicherungsgesellschaft einen Risikozuschlag oder sogar einen Leistungsausschluss erheben bzw. den Versicherungsantrag gleich ablehnen. Auch eine negative Bonitätsprüfung kann zu einer Ablehnung eines Versicherungsantrages führen.

 

Eine Rückkehr des Versicherungsnehmer aus der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen möglich:

 

  • Der Versicherungsnehmer versicherungspflichtig wird durch beispielsweise Unterschreiten der Versicherungspflichtgrenze oder durch Arbeitslosigkeit,
  • Die Voraussetzungen für eine Familienversicherung erfüllt sind.

 

und der Wechsel aus der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung vor dem Erreichen des 55. Lebensjahres vorgenommen wird.

 

Für Kinder ist in der privaten Krankenversicherung ein eigener Versicherungsbeitrag zu entrichten. Sofern Eltern bereits drei Monate bei einer privaten Krankenversicherung versichert sind und ihr Kind spätestens zwei Monate nach der Geburt bei der gleichen privaten Krankenversicherng anmelden, braucht das Kind keine Gesundheitsprüfung machen. Für Kinder werden in der privaten Krankenversicherung keine Alterungsrückstellungen gebildet. Aus diesem Grunde ist ein Wechsel der Versicherungsgesellschaft bei einem Kind einfacher, weil bei diesem keine Alterungsrückstellungen verloren gehen können.

 

Der Versicherungsnehmer kann bei Bedarf in der privaten Krankenversicherung verschiedene Tarifbestandteile miteinander kombinieren. Bei den so genannten Kompakttarifen sind ambulante, stationäre und zahnärztliche Leistungen als feste Versicherungsleistungen miteinander vereinbart. Für einige Tarife kann auch eine so genannte Selbstbeteiligung abgeschlossen werden. Das bedeutet, erst wenn die Selbstbeteiligung beim Versicherungsnehmer überschritten wird, kann der übersteigende Betrag bei der Versicherungsgesellschaft zur Erstattung eingereicht werden. In Höhe der Selbstbeteiligung beteiligt sich der Versicherungsnehmer an seinen Krankheitskosten. 

 

Kommt es in der privaten Krankenversicherung zu Zahlungsschwierigkeiten stehen dem Versicherungsnehmer die nachfolgenden Tarife zur Verfügung:

 

a) Basistarif:

Der Basistarif ist auf den Höchtbetrag in der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt. Kann der Versicherte nachweisen, dass durch den zu zahlenden Krankenversicherungsbeitrag Hilfsbedürftigkeit beim Versicherungsnehmer entsteht, wird der Versicherungsbeitrag halbiert. Bei den Beziehern von Arbeitslosengeld, Sozialgeld und Sozialhilfe wird der Versicherungsbeitrag ebenfalls auf die Hälfte reduziert und von den Grundsicherungsträgern übernommen.

 

b) Standardtarif:

Der Standardtarif richtet sich an ältere Versicherungsnehmer, die aufgrund Ihres Alters nicht mehr in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln und den Versicherungsbeitrag in der privaten Krankenversicherung nicht mehr bezahlen können. Der Beitrag im Standardtarif darf nicht höher sein, als der aktuelle Höchstsatz in der gesetzlichen Krankenversicherung. Aber auch die Leistungen entsprechen in diesem Fall den Leistugnen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Beim einem Wechsel in den Standardtarif werden die Alterungsrückstellungen aus dem bisherigen Tarif übernommen und mindern die zu entrichtenden Versicherungsbeiträge.

 

c) Notlagentarif:

Seit dem 01. August 2013 werden säumige Versicherungsnehmer nicht mehr in den verhältnismäßig teuren Basistarif sondern in den Notlagentarif überführt. Der monatliche Versicherungsbeitrag beträgt zwischen 100 und 125 Euro. Das Ziel der niedrigen Versicherungsprämie ist es, den Versicherungsnehmer während der Versicherung im Notlagentarif den Abbau seiner Beitragsschulden zu ermöglichen. So bald die Schulden des Versicherungsnehmers getilgt sind, kehrt der Versicherungsnehmer in seinen alten Versicherungstarif zurück. Im Notlagentarif haben die Versicherungsnehmer Anspruch auf eine medizinische Leistung bei Schmerzen und akuten Erkrankungen. 

 

Der Versicherungsbeitrag in der privaten Krankenversicherung beinhaltet auch die gesetzlich vorgeschriebenen Alterungsrückstellungen. Diese sind dazu gedacht, um einen stärkeren Beitragsanstieg im Alter entgegen zu wirken. Bei einen Tarifwechsel bei der gleichen Versicherungsgesellschaft werden die Alterungsrückstellungen vollständig angerechnet. Bei einem Wechsel zu einer anderen privaten Krankenversicherung können die Alterungsrückstellung bei Versicherungsverträgen, die vor dem 01.01.2009 abgeschlossen wurden nicht übertagen werden. Für private Krankenversicherungsverträge, die ab dem 01.01.2009 abgeschlossen wurden sind nur Anteile aus Vertragsbestandteilen übertragbar, die den Leistungen im Basistarif entsprechen.

 

Rufen Sie uns an, sofern Sie Fragen zur privaten Krankenversicherung haben. Wir stehen Ihnen unter den folgenden Telefonnummern:

 

  • Ralf Kirchhoff, Uslar       Telefonnummer: 05571 / 6297 oder
  • Heinrich Runge, Erfurt    Telefonnummer: 0361 / 65 46 988

 

oder unter dem nachfolgenden Kontaktformular gerne für Fragen zur privaten Krankenversicherung zur Verfügung.


     
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