Krankenversicherung


In Deutschland wird unterschieden zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV). Ungefähr 86 % der in Deutschland lebenden Einwohner sind Mitglied einer gesetzlichen und gut 10 % haben sich einer privaten Krankenversicherung angeschlossen. Der verbleibende Anteil ist entweder gar nicht krankenversichert oder hat sich einer Solidargemeinschaft angeschlossen. 

 

Die gesetzliche Krankenversicherung wurde im Jahre 1883 durch Otto von Bismarck eingeführt. Zunächst bestand die Versicherungspflicht nur für Arbeiter. Im Kalenderjahr 1911 wurde die Krankenversicherungspflicht auch auf Angestellte ausgeweitet. Für Bevölkerungsgruppen mit höherem Einkommen und für Selbständige entwickelten private Krankenversicherungsgesellschaften entsprechende Versicherungsangebote. Bei diesen Versicherten wird entsprechend des persönlichen Risikos eine Versicherungsprämie festgelegt. Das bedeutet, die Versicherungsprämie ist abhängig vom Alter, Gesundheitszustand und dem Umfang der benötigten Versicherungsleistungen der Versicherten.



Anders als in der PKV zahlen alle Versicherten in der GKV einen festen Versicherungsbeitrag unabhängig davon, ob die Versicherten alt oder jung, krank oder gesund sind. Der Versicherungsbeitrag wird im Gegensatz zur privaten Krankenversicherung nicht risikoabhängig ermittelt, sondern ist bis zur Beitragsbemessungsgrenze abhängig von der Höhe des Einkommens der versicherten Person. Der Beitragssatz beinhaltet eine Umverteilungskomponente für Geringverdiener und beitragsfrei mitversicherte Personen. Die gesetzliche Krankenversicherung finanziert sich über eine Umlage. Die Umlagefinanzierung bedeutet für die Versicherten, dass keine Altersrückstellungen gebildet werden und deshalb die Entwicklung des Beitragssatzes entscheidend beeinflusst wird von der Entwicklung der Anzahl der Mitglieder und deren Einkommen. 

 

Mit dem Rentenbeginn findet ein automatischer Wechel des Versicherten von der gesetzlichen Krankenversicherung in die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) statt. Bei der KVdR handelt es sich um eine Pflichtversicherung. In dieser werden Personen versichert, die eine bestimmte Dauer Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung waren. Der Krankenversicherungsbeitrag für Rentner berechnet sich nach dem allgemeinen Krankenversicherungsbeitrag in Höhe von aktuell 14,60 %. Dieser Beitrag wird jeweils vom Rentenversicherungsträger und der versicherten Person zur Hälfte getragen. Sofern durch die Krankenkasse ein Zusatzbeitrag festgelegt wurde, ist dieser zusätzlich in voller Höhe vom Rentner zu übernehmen.

Für die nachfolgenden Personen gilt eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung:

  • Abhängig Beschäftigte, die gewisse Einkommensgrenzen nicht überschreiten,
  • Bezieher von Erwerbsersatzeinkünften (Arbeitslosengeld I und II, Rentenbezüge, Krankengeld u.s.w.) und
  • Familienangehörige von Pflichtversicherten unter bestimmten Voraussetzungen.

Eine Sonderregelung gilt noch für frei schaffende Künstler bzw. Publizisten und Studenten. Bei frei schaffenden Künstlern und Publizisten besteht die Möglichkeit, das Krankheitsrisiko zu sehr attraktiven Bedingungen über die Künstlersozialversicherung abzusichern. Stundenten sind in der Krankenversicherung der Studenten (KVdS) versicherungspflichtig.

 

Darüber hinaus gibt es für den nachfolgenden Personkreis die Möglichkeit, sich freiwillig in der GKV zu versichern:

  • Selbständige,
  • Bezieher von Einkünften über der Jahresarbeitsentgeltgrenze,
  • Personen nach dem Ende der Versicherungspflicht (geschiedene Ehepartner, Arbeitslose ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld u.s.w.).

 

Sofern keine vorherige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung bestand, können dieser beispielsweise Selbständige, Beamte, Asylbewerber und Sozialhilfeempfänger nicht beitreten. Seit dem 01. Januar 2009 besteht in Deutschland die "Allgemeine Krankenversicherungspflicht". Das bedeutet, alle Personen mit Wohnsitz in Deutschland müssen sich bei einem in Deutschland zugelassenen Krankenversicherer gegen das Risiko Krankheit versichern.

 

Ein Wechsel aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung ist möglich, wenn die jährlich anzupassende Versicherungspflichtgrenze überschritten wird. Diese beträgt 57.600 € ab dem Kalenderjahr 2017. Bei einem Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze wird Ihnen von Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung eine freiwillige Mitgliedschaft angeboten. Alternativ besteht die Möglichkeit, zu einer privaten Krankenversicherung zu wechseln.

 

Rufen Sie uns an, sofern Sie Fragen zur Krankenversicherung haben. Wir stehen Ihnen unter den folgenden Telefonnummern:

 

  • Ralf Kirchhoff, Uslar       Telefonnummer: 05571 / 52 26 oder
  • Heinrich Runge, Erfurt    Telefonnummer: 0361 / 65 46 988

 

oder unter dem nachfolgenden Kontaktformular gerne für Fragen zur Krankenversicherung zur Verfügung.

 


     
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