Wie funktioniert ein Investmentfonds?


Ein Investmentfonds bündelt eine Vielzahl von Anlegern, die die Höhe ihrer Einlage individuell festlegen können. Der sich daraus ergebende Gesamtbetrag wird dem Fondsmanagement anvertraut, das es nach den Grundsätzen der Risikostreuung verwaltet. Das Geld wird nach einer vorher festgelegten   Vermögensaufteilung in unterschiedliche Wertpapiere investiert, wie beispielsweise Geldmarktpapiere, festverzinsliche Wertpapiere, Immobilien, Rohstoffe, Aktien etc. 

 

Der Gesamtwert des Sondervermögens (= Fondsvolumen bzw. "NAV = Net Asset Value") verändert sich positiv durch neue Einlagen der Anleger und durch erwirtschaftete Gewinne bzw. negativ durch Rückerstattung von Anlegeranteilen oder Verluste. Die Heraus- oder Rückgabe von Sondervermögensanteilen haben jedoch keinen Einfluss auf den Wert des einzelnen Anteils.


Welche Fondstypen stehen zur Auswahl?

Grundsätzlich wird zwischen offenen und geschlossenen Fonds unterschieden. Während bei offenen Fonds jederzeit weitere Anteile ausgegeben werden können, ist die Anzahl der ausgegebenen Anteile bei einem geschlossenen Fonds (siehe Beteiligungen) begrenzt. 

 

Weiterhin lassen sich offene Fonds in Publikumsfonds und Spezialfonds unterteilen. An Publikumsfonds kann sich jede Person beteiligen. Spezialfonds hingegen sind meistens institutionellen Anlegern wie Banken, Versicherungen, Unternehmen oder einer aus maximal 10 Teilnehmern bestehenden Anlegergruppe - z. B. einer Vermögensverwaltung - vorbehalten. Spezialfonds sollten nicht mit Spezialitätenfonds verwechselt werden. Letztere sind auf die Anlage in bestimmten Branchen, Wertpapieren, Ländern oder Regionen spezialisiert.

 

Bei Aktienfonds wird das Fondsvermögen überwiegend oder vollständig in Aktien investiert, die an einem in- oder ausländischen amtlichen Börsenmarkt, am geregelten Markt oder an anderen organisierten Märkten gehandelt werden. Der Anteilsbesitzer ist damit an der Substanz und den Erträgen der entsprechenden Aktiengesellschaften beteiligt.

 

 

Bei Geldmarktfonds wird das Geld in festverzinsliche Wertpapiere mit kurzer und mittlerer Laufzeit angelegt. Zum Handel am Geldmarkt sind nur bonitätsmäßig einwandfreie Adressen zugelassen. Leider unterlaufen den Ratinggesellschaften bei der Bonitätsprüfung Fehler. Dieses wurde bei der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise offensichtlich. Deshalb sollte das Risiko insbesondere bei vorsichtig agierenden Fondsmanagern von Geldmarktfonds gering sein. Einige wenige Geldmarktfonds investieren auch in ausländische Fremdwährungen. Bei diesen ist zusätzlich das Währungsrisiko zu beachten.

 

Rentenfonds investieren überwiegend in fest verzinsliche Anleihen (Rentenpapiere) mit unterschiedlichen Laufzeiten. Bei Rentenfonds wird häufig der Umstand übersehen, dass diese Fonds ebenfalls Kursschwankungen unterliegen, die in der Regel aber deutlich geringer als bei Aktienfonds sind. Trotzdem können Rentenfonds das Kalenderjahr mit einer negativen Wertentwicklung abschließen.  

 

Mischfonds haben die Möglichkeit sowohl in Aktien als auch in Rentenpapiere zu investieren und können entsprechend den Gegebenheit an den Märkten auch vorübergehend Barvermögen halten. Entsprechend den Vorgaben des Verkaufsprospektes, Rahmenbedingungen an den einzelnen Märkten und den Einschätzungen des Fondsmanagers liegt der Anlageschwerpunkt eines Mischfonds in Aktien- oder Rentenpapieren. Bei diesen Fonds kann das Prinzip der Risikomischung konsequenter umgesetzt werden als bei reinen Aktien- und Rentenfonds.

 

Wer in Immobilien (Büro-, Einzelhandel-, Hotel- und Logistikimmobilien) investieren möchte und dabei den Aufwand einer Direktinvestition scheut oder nicht die finanziellen Möglichkeiten hat, für diesen Anleger bietet sich eine Anlage in einen offenen Immobilienfonds an. Der offene Immobilienfonds gehört zu den so genannten Publikumsfonds, die das Kapital des Anlegers unbegrenzt annehmen und in Grundstücken und Gebäuden anlegen. Der Wert des Fondsvermögens resultiert überwiegend aus Mieteinnahmen und Wertsteigerungen der Objekte. Die Anteilsscheine an einem offenen Immobilienfonds können börsentäglich über die Depotbank zum jeweiligen aktuellen Rücknahmepreis zurückgegeben werden. Viele offene Immobilienfonds können mittlerweile auch über die Börse ge- oder verkauft werden. Sofern besondere Gründe dafür vorliegen, kann die Kapitalanlagegesellschaft die Rücknahme der Anteilsscheine zeitlich befristet aussetzen. 

 

Bei Dachfonds, einer erst seit 1999 in Deutschland zugelassenen Form von Investmentfonds, wird das Fondsvermögen in Anteilsscheine anderer Investmentfonds investiert. Grundsätzlich bestehen bei einem Dachfonds zwei Managementebenen. Diese Fondsstruktur führt zu höheren Verwaltungskosten im Vergleich zu einem Einzelfonds. Dem Manager des Unterfonds obliegt die Auswahl der Einzeltitel. Die Aufgabe des Dachfondsmanager besteht darin, eine optimale Gewichtung  des Portfolios nach Regionen, Branchen und Währungen durch die Auswahl der richtigen Unterfonds vorzunehmen. Mit einem Dachfonds bekommt der Anleger eine breitere Risikostreuung und damit ein geringeres Risiko in sein Wertpapierdepot. Gleichzeitig kauft der Anleger sich mit dem Erwerb eines Dachfonds preiswert in eine standardisierte Vermögensverwaltung ein. Mit der Einführung der Abgeltungssteuer für Kapitaleinkünfte zum 01.01.2009 bietet der Dachfonds zusätzliche steuerliche Vorteile.

 

Zum 01. Januar 2004 sind im Rahmen des Investmentmodernisierungsgesetzes das Investmentgesetz (InvG) und das Investmentsteuergesetz (InvStG) in Kraft getreten. Diese Gesetze schaffen erstmalig einen aufsichts- und steuerrechtlichen Rahmen für in- und ausländische Hedgefonds und Dach-Hedgefonds. Für den privaten Anleger sind in Deutschland zurzeit nur Dach-Hedgefonds vom Gesetzgeber auch als "Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken" bezeichnet, zum Kauf zugelassen. Der Dach-Hedgefonds beteiligt sich an unterschiedliche Hedgefondsstrategien. Zusätzlich zu einem Investmentfonds kann ein Hedgefonds stille Beteiligungen an Unternehmen, Edelmetalle, Warenterminkontrakte und Unternehmensbeteiligungen erwerben. Dabei kann der Hedgefonds seine Investments mit Fremdkapital hebeln oder durch Leerverkäufe auf eine fallende Wertentwicklung setzen. Bei der Zusammensetzung seines Portfolios muss der Dach-Hedgefonds jeweils darauf achten, dass das Fondsvermögen nach dem Grundsatz der Risikostreuung zusammengesetzt ist.  

 

Erst vor einigen Jahren hat der Gesetzgeber die Voraussetzungen für die so genannten  "Superfonds" geschaffen. Darunter wird ein aktiv gemanagter Fonds verstanden, der in andere Einzelfonds, Aktien-, Renten- Geldmarktpapiere, Future und Derivate investieren kann. Dabei ist es dem Fondsmanager nicht erlaubt, dass ihm anvertraute Geld in offene Immobilienfonds und Hedgefonds anzulegen. Superfonds können die Aktienquote zwischen 0 % bis 100 % flexibel gestalten und sind deshalb besser als reine Aktien- und Rentenfonds in der Lage, sich den Veränderungen an den jeweiligen Märkten anzupassen.